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ACHTUNG GRENZE!®Ich bin Ich

ACHTUNG GRENZE!®Ich bin Ich ist ein Programm zur Prävention von sexualisierter Gewalt und Gewalt allgemein, das vom Kinderschutzbund Nürnberg speziell für Förderschulen und Einrichtungen der Behindertenhilfe entwickelt wurde. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren, die von einer Behinderung bedroht oder betroffen sind.

Menschen mit Behinderung sind bis zu dreimal häufiger von sexueller Gewalt betroffen sind als gleichaltrige Nichtbehinderte. Hierfür gibt es zum einen strukturelle Gründe wie z. B. das häufige Angewiesensein auf pflegerische oder medizinische Hilfe und die vermehrte Unterbringung in Einrichtungen. Zum anderen sind Menschen mit einer Behinderung oft in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sich (verbal) zu äußern.

Aktuelles ACHTUNG GRENZE! Team

Unser Team für ACHTUNG GRENZE!®

Die Workshops, Elternabende und Mitarbeiterfortbildung werden von qualifizierten Sozialpädagogen/-innen vor Ort durchgeführt.

Unser ACHTUNG GRENZE!®Ich bin Ich-Team besteht aus einer männlichen und einer weiblichen Fachkraft. Beide sind sowohl in der Präventions- als auch in der Behindertenarbeit sehr erfahren.

Zu bestimmten Themen wird auch geschlechtsspezifisch gearbeitet.

Die Workshops für Kinder und Jugendliche

Die Workshops für Kinder und Jugendliche mit Behinderung finden in der Regel in 10 Einheiten zu 2 Schulstunden statt. Es ist jedoch nach Absprach möglich den Ablauf zeitlich zu ändern und den Gegebenheiten vor Ort anzupassen.

ACHTUNG GRENZE!®Ich bin Ich möchte möglichst allen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme am Workshop ermöglichen, unabhängig vor der Art oder der Schwere der Behinderung. Die Workshops wurden schon mit vielen verschiedenen Gruppen durchgeführt, u. a. mit Kindern und Jugendlichen mit geistiger, körperlichen und mehrfacher Behinderung sowie mit gehörbeeinträchtigen Mädchen und Jungen.

Methodisch werden die Workshops an die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Teilnehmenden angepasst. Lesen und/oder schreiben zu können ist keine Voraussetzung, es werden überwiegend Symbole und Bilder verwendet. Auch wird darauf geachtet die Inhalte in leicht verständlicher Sprache zu vermitteln. So ist es möglich, dass auch einzelne Mädchen und Jungen mit sehr hohem Förderbedarf teilnehmen können.

Die Workshops bestehen aus 5 aufeinander aufbauenden Einheiten:

  1. Grenzen wahrnehmen
  • Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse reflektiert wahrnehmen und äußern lernen
  • Gefühle und Bedürfnisse anderer wahrnehmen und deuten
  • Körperwahrnehmung, Körpergrenzen, „Mein Körper gehört mir“
  1. Grenzen setzen und akzeptieren
  • Grenzen setzen und akzeptieren können
  • Kennenlernen von Handlungsmöglichkeiten für alltägliche Grenzverletzungen
  • gewaltfreie Lösungswege, Selbstbehauptung und eindeutige Kommunikation
  1. Formen von Gewalt
  • Aufklärung über unterschiedliche Formen von Gewalt (psychisch, körperlich, sexualisiert)
  • Aufklärung über Gefahren im Internet und Vermittlung von Sicherheitsregeln im Internet
  1. Freundschaft, Liebe, Beziehung, Sexualität
  • Altersgerechte Vermittlung für positives Erleben von Freundschaft, Beziehung, Liebe und Sexualität
  • Kritische Reflektion von traditionellen Geschlechterrollen, Verhaltensweisen und eigener Identität
  1. Aufklärung über sexuelle Gewalt – Schutz und Hilfe
  • Angstfreie Aufklärung über sexuelle Gewalt
  • Vermittlung von Rechten und präventivem Schutz
  • Hilfe holen, Hilfs- und Beratungsangebote vor Ort
  • Primärprävention: Durch das Projekt soll die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung, die körperliche, psychische und sexuelle Gewalt erleben müssen, vermindert werden.
  • Sekundärprävention: schnellere Aufdeckung und damit Beenden von Gewalt
  • Wissen über Kinderrechte
  • Grundlagenwissen über verschiedene Formen von Gewalt
  • Handlungswissen: Wie kann ich mich in Gewaltsituationen verhalten? Wo kann ich Hilfe bekommen?
  • Förderung von sozialer Kompetenz, Stärkung von Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung, Einfühlungsvermögen
  • Täterprävention

Darüber hinaus bieten die Referenten/-innen den Kindern bzw. Jugendlichen eine Sprechstunde an. Dieses Beratungs-Angebot ist freiwillig.

Theaterszene zum Thema sexuelle Gewalt

Theaterpädagogische Szenen machen die drei Gewaltformen gut verständlich

Kämpfen geht auch ohne Gewalt

Mal so richtig draufhauen dürfen!

Motivation durch Methodenvielfalt

Methodisch steht die aktive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund. Spielerisch werden eigene Kompetenzen und Ressourcen entdeckt und mit Spaß und Begeisterung entfaltet.

Die Methodenvielfalt reicht von interaktiven theaterpädagogischen Elementen, Spiel- und Gesprächspädagogik, Rollenspielen, Kleingruppen- und Einzelarbeit bis hin zum Einsatz unterschiedlicher Medien.

Durch den externen Besuch von Fachleuten und die Methodenvielfalt entwickelt sich bei den Kindern und Jugendlichen erfahrungsgemäß eine starke Motivation. Sie können die Lerninhalte dadurch leichter erfassen und erinnern. An das im Workshop Erlernte können die pädagogischen Fachkräfte der Schule bzw. Einrichtung später inhaltlich anknüpfen.

Das im Workshop geübte Verhalten kann von den Kindern und Jugendlichen direkt im Alltag umgesetzt werden.

Informationsabend für Eltern und andere Bezugspersonen

Es ist wichtig, dass Eltern und andere Bezugspersonen der Kinder und Jugendlichen über das Thema sexuelle Gewalt informiert und sensibilisiert werden. Eltern können durch ihre Erziehungshaltung und ihre Vorbildfunktion wesentlich zum Schutz ihrer Kinder vor Grenzverletzungen und sexueller Gewalt beitragen.

Fester Bestandteil von ACHTUNG GRENZE!®Ich bin Ich ist daher ein Elternabend im Vorfeld der Workshops. Zu dieser Veranstaltung können gerne alle Eltern der Einrichtung eingeladen werden, unabhängig davon, ob ihr Kind an einem der Workshops teilnimmt. Auch andere Bezugspersonen der Kinder bzw. an ihrer Erziehung beteiligten Personen sind herzlich eingeladen.

Die Veranstaltung hat einen Umfang von 60 bis 90 Minuten. Vermittelt werden Hintergrundinformationen und Basiswissen zum Thema sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus werden Tipps zur präventiven Erziehung gegeben.

Der Elternabend befasst sich mit dem Thema „Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Behinderung“:

  • Grundlagen über sexuelle Gewalt an Menschen mit Behinderung (Zahlen, Fakten, Risikofaktoren, Folgen)
  • Täter/-innen und ihre Strategien
  • Vorgehen bei Verdacht auf sexuelle Gewalt oder Kindeswohlgefährdung
  • Präventive und stärkende Erziehung
  • Information über Beratungsstellen und Hilfesysteme außerhalb der Organisation und Einrichtung
  • Informationen zu ACHTUNG GRENZE!®Ich bin Ich
Richtig nein sagen will gelernt sein!

Fortbildung für Mitarbeitende Ihrer Einrichtung

Die Mitarbeitenden in den Schulen und Einrichtungen der Behindertenhilfe sind ebenfalls wichtige Bezugs- und Vertrauenspersonen für die Mädchen und Jungen. Damit diese auch in den Einrichtungen besser geschützt sind, ist es unabdingbar auch die Mitarbeitenden hinsichtlich des Themas sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren und zu schulen.

Die Fortbildung dauert ca. 3-3,5 Stunden. Inhalt:

  • Grundlagen über sexuelle Gewalt an Menschen mit Behinderung (Zahlen, Fakten, Risikofaktoren, Folgen)
  • Täter/-innen und ihre Strategien
  • Möglichkeiten der Intervention im Verdachtsfall oder bei erhärtetem Verdacht
  • Informationen zu präventiven Möglichkeiten
  • Information über Beratungsstellen und Hilfesysteme außerhalb der Organisation und Einrichtung
  • Informationen zu ACHTUNG GRENZE!®Ich bin Ich

ACHTUNG GRENZE!®Ich bin Ich für Ihre Einrichtung buchen

Gerne führen wir ACHTUNG GRENZE!® auch an Ihrer Schule oder in Ihrer Einrichtung durch!

Für detaillierte Informationen zu den Inhalten der Angebote, zur Buchung und zu den Kosten wenden Sie sich bitte an:

Stephanie Schmidt und Frank Schuh
Koordination ACHTUNG GRENZE!®
Telefon:  0911 92 91 90 00

E-Mail: achtung.grenze@kinderschutzbund-nuernberg.de

Wo sind Berührungen okay für mich?

Informationsmaterial zum Download

Diese Dateien gibt es auch als Druckversion, die wir Ihnen bei Bedarf gerne zusenden.